Ev.-ref. Kirche Bunde

 


Die
Evangelisch-reformierte Kirche zu Bunde
 

(ehem. „Martinskirche“)
 

 


Außen


Die Kirche gehört nach Größe und Gestalt zu den beachtenswertesten Kreuzkirchen Ostfrieslands. Der älteste Teil ist das Langschiff im romanischen Stil, der um 1.200 bzw. Anfang des 13. Jahrhunderts erbaut wurde. Süd- und Nordseite sind in je zwei Felder eingeteilt, welche durch Lisenen abgeschlossen sind. Jedes Feld hat zwei Fenster und eine Pforte. Letztere sind nach Anbau der Ostteile zugemauert. Ebenfalls sind dann auch die romanischen Fenster durch gotische ersetzt worden. Beide Felder haben einen Rundbogenfries, an der Nordseite gut erhalten. Ein hoher, weithin sichtbarer Westturm wurde 1246 durch einen Orkan zerstört.

Im 3. Viertel des 13. Jahrhunderts sind dann die Ostteile, Chor- und Querschiff in Kreuzform im gotischen Stil, angebaut. In der unteren Zone sind rundbogige Sparfelder den romanischen Pforten des Langschiffes angepasst. Die rundbogigen Felder im Chor haben Okulis, welche 1958 wieder bleiverglast wurden. Der Nord- und Südflügel zeigen auf der Giebelseite spitzbogige Felder mit je einem Eingang. Diese Eingänge wurden 1896 mit Windportalen versehen.

In der 2. Zone sind hohe gotische Fenster durch Blendfenster flankiert. Der Nordgiebel hat zwei Fenster mit zwei Blendfenstern mit Fischgratmuster. Das Giebeldreieck ist durch ein Rautenmuster aus Formsteinen verziert. Der Chorgiebel hat eine dreiteilige Fenstergruppe, die durch zwei Blendfenster mit Kleeblattbogen flankiert sind. Das Giebeldreieck, welches ebenfalls ein Rautenmuster gehabt haben dürfte, ist 1696 erneuert.

In den Ecken zwischen Chor- und Seitenflügel haben sich vermutlich Chorflankentürme befunden, die Ansätze sind noch sichtbar. Bei Grabungen am 20.08.1986 fand man in etwa 50 cm Tiefe unter der Erdoberfläche die Fundamente der beiden Türme.


'Lange Kirche'

Innen


Im Südkreuz findet sich ein seltener, steinerner Baldachinaltar.

Chor- und Querschiff sowie die Vierung hatten ursprünglich Steingewölbe. Die Ostanlage ist in Zweischalenbauweise angelegt. Zwischen beiden befindet sich ein Laufgang, der z.T. noch vorhanden ist. Dadurch, dass die Innenschale teilweise durchbrochen ist, ergeben sich Nischen und Arkaden. Nach Einsturz bzw. Abbruch der Steingewölbe erhielt die ganze Kirche 1705 ein hölzernes Tonnengewölbe. Das Kirchenschiff hatte bis dahin eine flache Balkendecke aus Holz.

1651 wurde im Nordkreuz eine Empore eingebaut. Der Taufstein, in der Vierung stehend, stammt aus dem 13. Jahrhundert. Die Kanzel und das wunderschön geschnitzte und in Intarsienarbeit ausgeführte Eichengestühl stammen von 1720.

Ein hölzerner Lettner mit Uhr, welcher Abendmahlsraum und Chor trennt, trägt die Jahreszahl 1751.

Der Orgelprospekt wurde 1791-93 angefertigt, als eine neue Orgel durch den Orgelbauer Müller, Wittmund, gebaut wurde, ebenso der Kronleuchter im Kirchenschiff.

Der klassizistische Westturm wurde 1840 von einem Turmbauer Schmidt aus Ditzum gebaut. Im Turm hängen 3 Glocken. Die älteste stammt aus dem Jahre 1753. Die zweite Glocke wurde 1951 für eine im 2. Weltkrieg abgelieferte Glocke angeschafft. Die größte Glocke wurde 1817 in Bunde umgegossen.

Im Jahre 1958 wurden anlässlich größerer Bauarbeiten im Chor der Kirche Blendfenster, Arkaden, Rundbogen und Okulis freigelegt. Die Vierungspfeiler und Spitzbogen wurden von Kalkschichten befreit, und die alten Farbanstriche traten hervor. Fehlende Teile und Farben wurden ergänzt.

Im Winter 1980/81 mussten wegen Salpeterschäden Putzflächen im Abendmahlsraum abgeschlagen werden. Dabei fand man zwei zugemauerte Sakramentshäuschen. Diese wurden wieder in alter Weise hergerichtet. Ebenso wurden daselbst Gruppenpfeiler von Kalk befreit und die gemauerten Rundsteine bloßgelegt und ergänzt.

H. Hunken †, Bunde


 

Besichtigung der Evangelisch-reformierten Kirche Bunde

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Ausführlicher Artikel zur Kirche in "Wikipedia"


[Letzte Aktualisierung dieser Seite: Mittwoch, 09. Juli 2014 16:59]